20. 11. 25

«Alles Freizeitpark, oder was?» – Rückblick auf das plan:team-Kolloquium

Bike-Pärke, Skipisten, Seilbahnen – an vielen Orten erscheinen die Bergregionen wie grosse Freizeitparks. Sie sind zugleich Lebens- und Naturraum, Wirtschaftsstandort und Erlebnisorte. Wie gelingt es, diese unterschiedlichen Ansprüche zu vereinbaren und zugleich die sensiblen Landschaftsräume zu schützen?

 

Das plan:team-Kolloquium vom 20. November 2025 widmete sich diesem Spannungsfeld zwischen Nutzung und Schutz der Bergregionen. Moderiert von Urs Steiger – Wissenschaftsjournalist und diplomierter Naturwissenschafter ETH/SIA – diskutierten Fachleute aus Tourismus, Regionalentwicklung, Soziologie und Planung über Herausforderungen, Chancen und Wege zu einer nachhaltigen Entwicklung der Bergregionen.

 

Urs Steiger moderierte die Diskussion.

Urs Steiger moderierte die Diskussion.

 

Grosse Investitionen oder sanfte Entwicklung?

Den Auftakt in das Kolloquium machten Gian und Simon, Praktikanten beim plan:team, mit einem kurzen Input zur touristischen Nutzung der Bergregionen und den unterschiedlichen Situationen in verschiedenen Gemeinden.

 

Anschliessend zeigten Jost Meyer – Gemeindevizepräsident von Andermatt – und Katharina Conradin – stellvertretende Geschäftsführerin des Naturparks Gantrisch – auf, wie ihre jeweiligen Bergregionen auf den Strukturwandel mit verschiedenen Strategien reagieren. Während in Andermatt stark in die Tourismusinfrastruktur investiert wird, setzt der Naturpark Gantrisch auf eine sanfte Inwertsetzung der Kultur- und Naturlandschaft.

 

Jost Meyer erläuterte die Situation der Gemeinde Andermatt.

 

Jost Meyer erläuterte, dass Andermatt eindeutig von den Investitionen profitiert habe, was sich auch an der hohen Zustimmung der Bevölkerung zeigt. Allerdings sei es auch ein Klumpenrisiko, wenn man von einem grossen Investor abhängig sei.

 

Bea Durrer Eggerschwiler betont die Wichtigkeit, eine solche Entwicklung differenziert zu betrachten und dass berücksichtigt werden soll, wer davon profitiert und wer die Entscheidungen trifft.

 

Katharina Conradin gab einen Einblick in den regionalen Naturpark Gantrisch.

 

Im regionalen Naturpark Gantrisch bestehe eine ganz andere Situation, erklärte Katharina Conradin. Das Label sei ein wichtiges Identifikationsmerkmal für die Region, doch brauche es daneben auch Investitionen in eine touristische Infrastruktur, um Wertschöpfung in die Region zu holen.

 

Evelyn Coleman Brantschen ergänzt, dass die Entwicklung nie stillstehe. Am Beispiel der Planungsregionen Kandertal und Obersimmental-Saanenland, als auf den Wintertourismus ausgerichtete Destination, seien insbesondere der Klimawandel eine grosse Herausforderung. Der Ganzjahrestourismus werde wohl künftig wichtiger werden.

 

Martina Guhl erwähnte, dass Freiraum und generell die Natur ein wichtiger Erholungsraum und Rückzugsort seien. Entsprechend dürfe auch der Schutz der Natur nicht vergessen werden. Ein verantwortungsvoller Umgang mit unserem Lebensraum sei essenziell.

 

Die Expertinnen Martina Guhl (ZHaW), Bea Durrer Eggerschwiler (HSLU), Evelyn Coleman Brantschen (BFH) brachten ihre Perspektive in die Diskussion ein (von links nach rechts).

 

Wichtige Erkenntnisse

Das Kolloquium machte deutlich, dass es nicht die eine Lösung gibt, die alle Herausforderungen löst. Vielmehr braucht es das Bewusstsein, dass verschiedene Bergregionen mit unterschiedlichen Herausforderungen zu kämpfen haben und entsprechend unterschiedliche Lösungen gefunden werden müssen. Die Entwicklung ist ein fortlaufender Prozess und muss immer wieder neu ausgehandelt werden. Entsprechend ist es essenziell, Raum für Diskussion zu schaffen und die Bevölkerung partizipativ miteinzubinden.

 

Im Anschluss an das Kolloquium waren alle Anwesenden zu einem Apéro eingeladen, um sich über die Eindrücke auszutauschen und die Diskussion im informellen Rahmen weiterzuführen.

 

Ausblick

Das nächste plan:team-Kolloquium findet am 21. Mai 2026 zum Thema Gesundheit und Raumentwicklung statt.

 

Eine Aufzeichnung des Kolloquiums befindet sich auf unserem YouTube-Kanal. Weitere Eindrücke finden Sie in der Bildergalerie.

 

 

 

Zum Format: Halbjährlich bringt das plan:team-Kolloquium Fachleute aus Planung, Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft sowie Interessierte zusammen, um gemeinsam ein aktuelles Thema aus der Raumentwicklung zu diskutieren.

 

 

Nachtrag:

Passend zum Thema des Kolloquiums ist Anfang Dezember das Weissbuch Schweizer Pärke erschienen, herausgegeben vom Netzwerk Schweizer Pärke. Darin reflektieren Expertinnen und Experten die Rolle der Schweizer Pärke als Modellregionen der nachhaltigen Entwicklung und zeigen zentrale Herausforderungen und Erwartungen auf. Das Weissbuch finden Sie unter: https://distracted-panini.176-96-136-90.plesk.page/wp-content/uploads/2025/12/weissbuch_livre_blanc_web.pdf

Autor: Planteam
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«Ich bin beim plan:team, weil ich hier die Weichen für eine nachhaltige Entwicklung stellen kann.»

Kristina Noger, Fachleiterin Freiraum

«Als plan:team setzen wir uns mit allen Aspekten des menschlichen Zusammenlebens auseinander. Die regionale Wirtschaft und Politik sind genauso wichtig wie soziale und ökologische Fragen.»

Claudio Birnstiel, Fachmitarbeiter

«Ich bin GIS-Spezialist und arbeite mittlerweile als Raumplaner. Beim plan:team fühle ich mich deshalb am richtigen Ort. Denn bei unseren Raumanalysen greifen wir täglich auf hochmoderne Geoinformationssysteme zurück.»

Hans Arnet, Projektleiter

«Der Wandel öffentlicher und individueller Erwartungen an unseren räumlich begrenzten Lebensraum ist mit grossen Herausforderungen verbunden. Es ist eine der anspruchsvollen Aufgaben unserer Zeit, ihn gemeinsam mit den involvierten Akteur:innen für die kommende Generation zu gestalten.»

Mark Zibell, Projektleiter

«Wo geplant wird, wird bewegt.»

Angela Montagano, Fachmitarbeiterin

«Flexible Arbeitsplätze tragen zur kreativen Lösungsfindung bei.»

Jonas Huwiler, Fachmitarbeiter

Schulraumplanung ist komplex. Die verschiedenen Einflussfaktoren werden in Beziehung gesetzt, sodass sie die Eigenheiten des Ortes widerspiegeln. Wir unterstützen Gemeinden vom Kleindorf bis zur Stadt mit mehreren Schulstandorten.

Daniel Sax, Fachmitarbeiter