Potenzialstudie freistehende Solaranlagen: Raumplanung im Spannungsfeld von Energiewende, Landschaftsschutz und Landwirtschaft

Mit dem Projekt sollen auf Basis raumplanerischer Kriterien im Kanton Solothurn freie Flächen für grosse PV-Anlagen, wie hier in Payerne (VD), gefunden werden.
Gemeinsam mit Ämtern, Fachstellen und Interessengruppen hat plan:team eine fundierte Potenzialstudie erarbeitet, die Orientierung schafft und den Dialog über die Energiezukunft des Kantons unterstützt. Die Studie zeigt, wo Freiflächenanlagen den grössten Beitrag zur Energiewende leisten können.
Der politische Auftrag zur Erarbeitung der Studie gründet auf dem kantonalen Energiekonzept 2022 und einem Entscheid des Kantonsrats: Das Amt für Raumplanung (ARP) sollte Flächen ab zwei Hektaren identifizieren, die einen signifikanten Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten, ohne pauschal Landwirtschaftsflächen auszuschliessen. Stattdessen wurde eine differenzierte Interessenabwägung angestrebt.
Was sind Freiflächenanlagen?
Freiflächenanlagen unterscheiden sich von Dach- oder Fassadenanlagen dadurch, dass sie auf unbebauten Flächen – etwa Wiesen, Brachland oder Infrastrukturanlagen – installiert werden. So lassen sich grosse Leistungen auf kompakter Fläche erzielen, was sie besonders interessant für die Energiewende macht.
Zusammenarbeit und Kriterienkatalog
Die Studie entstand in enger Zusammenarbeit mit kantonalen Ämtern, Fachstellen, Verbänden, regionalen Planungsorganisationen und weiteren Interessengruppen. Gemeinsam wurde ein Kriterienkatalog entwickelt der
- Ausschlusskriterien (z. B. Schutzgebiete, Gewässerräume) und
- Eignungs- und Vorbehaltskriterien (u. a. Sonneneinstrahlung, Hangneigung, Nähe zu Infrastruktur
vereint. So entstand eine ausgewogene Bewertung der Interessen Energieproduktion, Naturschutz und Landnutzung.
GIS-Analyse – Transparent und nachvollziehbar
Mit einem mehrstufigen GIS-Verfahren – von der Rasterung über die Gewichtung bis zur Clusteranalyse – wurden 41 geeignete Standorte im gesamten Kantonsgebiet objektiv und raumplanerisch belastbar ermittelt. Die beiden Potenzialkarten umfassen eine generelle Eignungskarte aller Rasterzellen und eine Detailkarte mit den konkreten Standorten. Diese Karten dienen u.a. als Grundlage für die Anpassung des kantonalen Richtplans und Informationsquelle für Gemeinden, Investierende, Energieversorger und Planungsbüros.

Beispiel-Übersichtskarte des Kantons Solothurn mit markierten Standorten für potenzielle Photovoltaikanlagen über 2 Hektaren Fläche.
Partizipation als Schlüssel zum Erfolg
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die Partizipation: Gemeinden, Regionalplanungsorganisationen, Verbände und interessierte Kreise werden im weiteren Verlauf aktiv und umfassend eingebunden. Zurzeit läuft eine Vernehmlassung bevor die definitiven Resultate vorliegen werden.
Ein Meilenstein für die Energiezukunft
Die Potenzialstudie ist mehr als eine technische Analyse – sie ist ein strategisches Werkzeug für den geordneten Ausbau der Solarenergie im Kanton Solothurn. Mit hoher fachlicher Tiefe und politischer Legitimation schafft sie Orientierung für Planung, Investition und Dialog. Sie zeigt auf, wo Freiflächeanlagen sinnvoll und verträglich realisiert werden können – und legt damit das Fundament für eine sichere, erneuerbare und lokal verankerte Energieversorgung.